Ach wär ich nur ein einzig Mal…

Das Prinzenpaar schaut sich den Rosenmontagszug an

… ein schmucker Prinz im Karneval.

Zugegeben: Ich kannte das Lied vor der Session 2017/2018 noch gar nicht. Um so spektakulärer hat es sich in meinem Kopf eingebrannt und dort wird es vermutlich noch die nächsten Tage weiterspielen.

Aber alles auf Anfang:

tl;dr Wie ich zum Karnevalsprinzen wurde und warum ich es niemals bereuen werde.

Meine Freundin ist seit 25 Jahren Mitglied bei der Angermunder Karnevalsgesellschaft “De Elf Pille” und dort als Funkemariechen eigentlich nicht mehr wegzudenken. Zudem trainiert sie dort schon seit mehr als einem Jahrzehnt die Jugend-Tanzgarde “Angersternchen” und so war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, wann auch ich ein Teil dieser Gesellschaft wurde.

Vor zwei Jahren habe ich mich zum ersten Mal für den Verein engagiert und habe die Musik der beiden Tanzgarden für den Garde- und Showtanz geschnitten. Nach einem weiteren halben Jahr habe ich dann tatsächlich auch einen Mitgliedsantrag ausgefüllt und mir eine Uniform zugelegt: Wenn, dann auch bitte richtig…

Meine Mitgliedschaft verlief bis dahin unspektakulär: Ich gestaltete neben der Musik nun auch die Werbeplakate und bot meine Dienste für die Vereinshomepage an, die ein wenig in die Jahre gekommen war.

So kam es dann im Sommer 2017 zu einem eigentlich völlig unverfänglichen Termin, als ich zusammen mit einem Vereinskollegen und neu gewonnenen Freund “Macke” in meinem Arbeitszimmer saß und über die neu gestaltete und mittlerweile fast finale Seite sprach. Während wir so die einzelnen Module durchgingen und über die Inhalte der ersten Veröffentlichung sinnierten, klingelte es an der Haustür und der Vereinsvorstand kam uns besuchen. Bewaffnet mit einer Prinzen-Quietsche-Ente und einer Flasche Champagner wurden die beiden nun von 4 völlig verdutzten und 2 schelmisch grinsenden Augen angestarrt, während sie Adriane und mir die Frage stellten, ob wir denn nicht das Prinzenpaar der kommenden Session sein wollten.

Ich? Prinz im Karneval?

Ausgerechnet der erst kürzlich nach Angermund zugezogene, lichtscheue Software-Entwickler, der eigentlich viel lieber im Hintergrund arbeitet?

Es mussten erst einmal ein paar Tage vergehen, bevor ich realisierte, dass es sich hierbei keinesfalls um einen Scherz gehalten hatte. Der Gedanke wurde langsam greifbar und ja: Irgendwie hatte ich Gefallen an der Idee gefunden.

Der Frau an meiner Seite wollte es allerdings nicht so ganz gefallen, für eine Session einmal nicht zu 100% Tanzgarde und Trainerin sein zu dürfen und so habe ich etwa 2 Wochen lang den Überzeugungsmodus aktiviert und war am Ende sogar erfolgreich.

Hurra!

Aber irgendwie mussten wir unseren Vereinspräsidenten Tim Küsters den fiesen Trick mit der Homepage-Besprechung noch zurückzahlen. Wir luden ihn also unsererseits ein, weil wir “dringend über etwas mit sprechen mussten”. Wir durften keinesfalls Zeit verlieren! Genau so sollte es rüberkommen. Und so kam es auch rüber, denn als wir uns dann wieder zusammensetzten, teilten wir ihm mit, dass das mit dem Prinzenpaar zwar eine tolle Idee ist und wir uns echt gefreut hatten, dass man ausgerechnet uns auserkoren hatte, doch dass wir dafür keinesfalls zur Verfügung stünden.

Nun waren wir es, die in völlig verdutzte Augen blickten.

Damit hatte er ganz offenbar nicht gerechnet. “Es gebe aber durchaus Positives, was er sich noch ansehen müsste” fuhren wir fort und präsentierten ihm die Testversion der nun runderneuerten und fertigen Vereinshomepage, die er sich auch gleich ansehen musste…

Die erste Headline lautete “Manuel I. & Adriane I. sind das Angermunder Prinzenpaar der Session 2017/2018”, was Tim gleich dazu motivierte, einen ersten Änderungswunsch zu äussern, da wir ja schliesslich erst ein neues Prinzenpaar benennen müssten.

Mit dem folgenden Knall des Champagnerkorkens fielen Tim dann auch deutlich sichtbar zahlreiche Steine vom Herzen, der erkannte, dass wir ihn mit unserer Absage gerade ordentlich verschaukelt hatten.

11.11.2017: Der Hoppeditz erwacht

11.11.2017: Hoppeditz Erwachen & Prinzenkürung

Und wie er das tat! Mit einer grandiosen Feier startete die Session mit einer für (fast) alle überraschenden Neuigkeit: Wer ist eigentlich das neue Prinzenpaar?

Tatsächlich haben wir in Angermund das Unmögliche geschafft und unsere Kürung zum Prinzenpaar bis zum letzten Augenblick geheim halten können. Zur Kürungsparty sind wir – wie gewohnt – in unseren Vereins- und Tanzgarde-Uniformen erschienen und haben es irgendwie hinbekommen, im Vorfeld keinerlei Info nach aussen dringen zu lassen. Die Überraschung war uns gelungen und das “Dorf” ausser Rand und Band. Mit einer grandiosen Party starteten wir in die Session, die ich vermutlich niemals vergessen werde.

Die Session startet langsam und nimmt dann plötzlich Fahrt auf

Waren oft mit uns unterwegs: Die schnellsten Beine Angermunds – die Angerfunken

Nach der Feier wurden in den folgenden Wochen die ersten, offiziellen Termine als Prinzenpaar wahrgenommen, befreundete Vereine besucht und durchaus gesellige Abende verbracht. Doch was anfangs an den Wochenenden und vereinzelt unter der Woche stattfand, mündete – gerade in der Karnevalswoche – in einem regelrechten Terminmarathon.

So hechtet man am Ende von Termin zu Termin und vergisst mitunter schnell, dass es auch ein Leben neben und vor allem auch in der Zeit nach dem Karneval gibt.

Die ganze Welt scheint eine einzige Feier zu sein. Wo man auch hinkommt, scheint die bloße Anwesenheit des Prinzenpaares Freude zu verbreiten. Man wird von strahlenden Gesichtern begrüßt und feiert an jedem Ort mit hunderten Menschen, die man vorher nicht einmal kannte, ausgelassene Feste und erlebt eine ungeahnt großartige Zeit.

Meine persönlichen Highlights der Session

Moni freut sich über den Orden bei unserem Überraschungsbesuch

Ich kann sicher sagen, dass diese Zeit insgesamt ein persönliches Highlight meines Lebens war, doch sind so einige Termine ganz besonders großartig gewesen.

So besuchten wir beispielsweise am 04.02.2018 das Fortuna-Eck (Gaststätte “bei Moni”) und überraschten so nicht nur den Prinzen der vergangenen Session, Peter Moslener (Frontmann der Band “Linsending“), sondern auch die gesamte Gaststätte mit einem unangekündigten Besuch und bedachten auch Inhaberin Moni mit unserem Sessionsorden, die sich hierüber riesig gefreut hat. Die Party war insgesamt ein unfassbar gutes Erlebnis: Es gab nicht nur eine fantastische Atmosphäre, sondern zu unser aller Überraschung auch noch Freibier und kostenloses Essen: Hierfür noch einmal vielen Dank!

Bei “Jeck Op Fortuna” einfach mal Gerd Zewe treffen: Unbezahlbar!

Einen ebenfalls großartigen Abend verbrachten wir bei “Jeck Op Fortuna” im Stahlwerk und durften selbst mit der Mannschaft von Fortuna Düsseldorf auf der Bühne stehen und auch hier einigen besonderen Fortunen unseren Sessionsorden verleihen. Und wie man sich freut, wenn man als eingefleischter Fortune auf der Party noch Gerd Zewe begegnet? Unbezahlbar!

Tim Küsters und unser Schutzmann vom Freundeskreis “Integrativer Karneval”

Am Tulpensonntag waren wir beim Freundeskreis “Integrativer Karneval” eingeladen, im Haus “St. Josef“, einer Einrichtung in Düsseldorf Rath für Menschen mit geistiger oder Mehrfachbehinderung. Dieser Termin war mir von der letzten Session lebhaft und eindrucksvoll in Erinnerung geblieben und so hatte ich mich hierauf ganz besonders gefreut:

Es war ein ganz großartiges Gefühl, gemeinsam mit dem Spielmannszug der St. Sebastianus Schützebruderschaft Angermund von 1511 und dem Karnevalsverein Freude in dieses Haus zu bringen.

Zwischen Wurst und Käse: Bei Edeka Steinert im Ort.

Was ist der Angermunder Karneval ohne eine Tingeltour? Richtig: Unvollständig. Unvergessen werden die vielen Kurzbesuche bei den lokalen Geschäften bleiben. Sei es der Besuch bei Edeka Steinert, in der gemütlichen Woll-Rose oder gleich nebenan in der Kamps-Filiale: Es war ein unglaublicher Spaß, in jedem Geschäft mit großem Gefolge aufzulaufen, grandios und unfassbar gastfreundlich empfangen zu werden, ein wenig Karneval zu feiern und anschliessend weiterzuziehen.

Hat ebenfalls einen Orden verdient: Taximann Jürgen Koll

Nach einem durchaus würdigen Abschluss der Session am Rosenmontag war es mir ein besonderes Anliegen und auch eine ganz besondere Ehre, die Heimreise mit Taximann Jürgen  anzutreten und ihn – auch für seine aufopferungsvolle “Rettungsfahrt” aus Weeze nach der Parookaville 2017 – mit unserem letzten, verbliebenen Orden auszuzeichnen.

Fazit

Ich muss gestehen, dass ich selbst bis vor 2 Jahren nur den Straßenkarneval kannte, also Altweiber und den Rosenmontag. Von großartigen Sitzungen, Prinzenkürungen und -treffen oder den zahlreichen Terminen in Seniorenheimen, Kindergärten, Schulen und auch in den Geschäften wusste ich nur wenig bis gar Nichts. Doch sind es genau diese Termine, die den Karneval ausmachen: Man bringt Freude in nahezu jedes Haus und sorgt für strahlende Gesichter. Diese Freude, die Dir förmlich entgegenschwappt ist einfach überwältigend! Um es mit den Worten der zweiten Vorsitzenden zu sagen: Es ist einfach spektakulär!

Sollte Dich einmal jemand fragen, ob Du Prinz oder Venetia im Karneval sein möchtest: Tu es! Du wirst es ganz sicher nicht bereuen!

Alle Fotos der Session findest Du hier:
http://www.11pille.com/session-2018/

Last but not least: Mein persönlicher Ohrwurm der Session ;]

In diesem Sinne rufe ich gerne noch einmal gemeinsam mit Euch aus: Angermund HELAU!

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