Fahr doch mal in Zandvoort

Circuit Zandvoort: Eine etwas in die Jahre gekommene Tribüne

Warum nicht einfach mal Rennen fahren? Das dachten sich wohl auch ein paar gute Freunde von mir und kredenzten mir zu meinem vierzigsten 0x28sten Geburtstag einen unvergesslichen Tag auf der Rennstrecke.

Genau: Auf.
Nicht neben.

tl;dr Ein Erfahrungsbericht zu einem Knaller-Event von RacePlanet.nl und warum ein Geschenkgutschein hierfür eine ganz fantastische Geschenkidee ist. 

Einmal im Leben möchte man einen McLaren gefahren sein: Nur einmal. Das dürfte sich so manch einer schon gedacht haben. Auch ich. Am 16. August war es dann soweit und ich durfte selbst einmal in einem solchen Boliden Platz nehmen und in dem guten Stück über die Rennstrecke jagen.

Und nicht nur den: Meine Freunde haben es tatsächlich sehr gut mit mir gemeint, und mir einen Gutschein für eine “SuperExperience” geschenkt. Und es war tatsächlich mehr als nur super!

Das Event findet in aller Regelmäßigkeit auf dem Circuit Zandvoort in Holland statt und startet morgens um 9:30 Uhr. Zumindest auf dem Papier. In Wirklichkeit wartet man bis 11:30 Uhr, bis alle Teilnehmer registriert sind. Das waren an diesem Tag so an die 160 Leute und bis die alles eingetragen haben, vergeht ein wenig Zeit. Immerhin kann man sich mit Kaffee und Gebäck versorgen, sich die durchaus imposanten Fahrzeuge anschauen und Kontakte knüpfen. Das offizielle Ende war mit 18:15 Uhr angegeben.

Ich war in Gruppe “G” und es ging pünktlich los mit der Aufteilung. Jede Gruppe bekam einen Groupleader zugewiesen, der oder die einen von Station zu Station begleitete, Zeiten nahm und die Fahrer zu ihrem jeweiligen Fahrzeug brachte.

Wir starteten zunächst mit dem Slalom und nahmen hierfür in einem verhältnismäßig starken Suzuki Swift Platz. Muss ich erwähnen, dass es mir – als einzigem – gelang, einen Pylonen unter dem Fahrzeug zu verkanten und ihn mit ins Ziel zu bringen? Gut… Spaß hat’s trotzdem gemacht. Mehr sogar, als ich es mir erst habe vorstellen können.

Zum Aufwärmen war das sicher eine grandiose Übung und so ging es gleich weiter zur nächsten Station: Dem BMW M1. Unsere Gruppe, die aus 19 Teilnehmern bestand, wurde in 3 kleinere Gruppen aufgeteilt, die dann jeweils gleichzeitig auf die Rennstrecke gelassen wurden und das funktioniert dann so: Ein professioneller Rennfahrer setzt sich in ein gleichwertiges Auto – in diesem Fall ebenfalls ein M1 – und fährt auf der Ideallinie vorweg. Die Gruppe muss ihm dann nur noch folgen und möglichst dicht zusammenbleiben. Blöd ist dann, wenn einer den Anschluss verliert: Dann fährt der Instructor etwas langsamer, damit sich die Kette wieder schließt.

So ein kleiner BMW geht übrigens ganz gut ab und schafft die 180 angeblich auch im dritten Gang. Ich glaube das durchaus.

Eins, zwei, drei, ganz viele schöne Autos.

Im Anschluss hieran durften wir einen Porsche 911 GT3 über die Strecke scheuchen, was eine beachtliche Steigerung zur vorangegangenen Fahrt darstellte… wahrlich beachtlich. Diese Karre macht irre viel Spaß.

Danach: Mittag!

Mittag ist inklusive und besteht aus einem belegten Brötchen, einer holländischen, gefüllten Riesenkrokette und einem Getränk. Das muss reichen und tatsächlich tut es das auch erst einmal.

Eisfahren nannte sich das nächste Event und das macht unfassbar viel Laune: Man setzt sich in einen winzigen Fronttriebler, den selben Suzuki Swift wie im Slalom, der diesmal allerdings mit den Hinterrädern auf einem Rollgestell steht.

Suzuki Swift auf “Stützrädern” beim Eisfahren: so lustig!

Mit dieser Konstruktion darf man sich dann abermals im Slalom versuchen, was aber extrem witzig wird, da man das Heck nur mit Fingerspitzengefühl bändigen kann.

Und endlich wird es ernst: Mein Highlight des Tages war definitiv die Fahrt im McLaren 540C, auf das ich mich den ganzen Tag gefreut hatte und ich wurde nicht enttäuscht. Davor durfte ich allerdings noch ein paar Runden im Mercedes AMG GT Coupé drehen: Ein wahrlich feines Teil. Der V8 Biturbo zieht Dir unweigerlich ein fettes Grinsen ins Gesicht, das Du auch nach dem Aussteigen so schnell nicht mehr loswirst.

Winkt schon freudig mit den Flügelchen: Der McLaren 540C

Bei mir wurde es im Anschluss sogar noch weiter verstärkt, da der McLaren nicht weniger Spaß macht. Da war es mir sogar egal, dass die Lüftung meines orangefarbenen Flitzers defekt war: Die Fahrt war einfach nur grandios.

Um keine Langeweile aufkommen zu lassen, ging es für meine Gruppe nun weiter zur “Schleuderprobe”. Ein Kleinwagen wird etwa auf Tempo 50 beschleunigt, um ihn dann auf nasser Fahrbahn und nur mit Hilfe des Lenkrads und einem beherzten Zug an der Handbremse um 180° zu drehen.

Das Programm ging nun mit einer Fahrt in einem Formel RP1 Auto weiter. Hier sitzt man nicht: Man liegt. Es gibt erwartungsgemäß weder Sitz noch Klimaanlage und die Rückspiegel werden gefälligst mit der Hand eingestellt.

Ein Formel RP1 Auto

Man ist einfach eins mit dem Auto und ebenso eins mit der Straße. Die Fahrt fühlt sich deutlich schneller an, als sie wirklich ist. Als ich glaubte, an die 200 km/h zu fahren, zeigte der Tacho vergleichsweise “müde” 140 an, was dem dennoch sensationellen Fahrgefühl keinesfalls schadete.

Apropos müde: Wer jetzt – es war mittlerweile etwa 17:00 Uhr – schon ans Schlafen dachte, wurde spätestens mit dem nächsten Event wieder wach. Diesmal nahmen wir als Beifahrer in einem Ford Mustang GT Platz, der von Profi-Fahrern im Drift über die Strecke gelenkt wurde. Ein enormes Vergnügen, das man mit dem eigenen Auto lieber nicht nachzuahmen versucht. Der Geruch abgewetzter Reifen begleitet einen nach der Fahrt noch eine ganze Weile und der Sound sowieso: Die quietschenden Reifen der Drift-Manöver sind während des gesamten Tages im Park omnipräsent.

Drag Race mit dem Dodge Charger

Der Tag neigte sich dem Ende zu und so ging es weiter zu unserer vorletzten Station, einem Drag Race Event im Dodge Charger. “Drag Race” heißt, man wartet auf das Zeichen und stiefelt punktgenau ins Gaspedal, fährt etwa 400 Meter geradeaus und wechselt dann bei der Zielflagge vom Gaspedal auf die Bremse, um nicht im Zaun zu landen. Hierbei duelliert man sich mit einem einzigen Gegner und – man ahnt es nicht – wer als erster im Ziel ist, hat gewonnen.

Last but not least durften wir zum Ausklang noch einen kleinen Geländewagen durch die sandige Dünenlandschaft manövrieren.

Ein krönender Abschluss für einen wirklich guten Tag, der dann fast pünktlich gegen 18:30 Uhr endete und irgendwie doch viel zu schnell vorbei war.

Hatte man zu Beginn noch ordentlich Respekt vor den Fahrzeugen und vor allem der unbekannten Rennstrecke, legte sich das im Laufe des Tages und man steigerte sich von Runde zu Runde. Man wusste am Ende relativ genau, wo zu bremsen war und wo man das Gaspedal ruhig bis zur Bodenplatte durchtreten konnte. Trotzdem bin ich mir nun relativ sicher, dass aus mir kein echter Rennfahrer geworden wäre.

Übrigens: Wer bei der Registrierung eine Onboard-Kamera bestellt, darf sich länger an seinen Renntag erinnern. Man erhält dann einen kleinen USB-Dongle, den man in viele Autos einstecken kann. Eine Dashcam und eine Kamera im Innenraum zeichnen dann alles für die Ewigkeit auf und speichern dazu auch Telemetriedaten. Zuhause kann man sich dann alles noch einmal anschauen und – wenn man mag – das Ganze auf YouTube hochladen, um das Erlebnis mit anderen zu teilen. Ich habe da mal etwas vorbereitet:

Fahr mit mir #2 – Zandvoort Special

Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

Fazit: Das Event ist ordentlich durchorganisiert. Langeweile kommt unter den Teilnehmern eher nicht auf und man merkt zu jeder Zeit, dass die Jungs und Mädels vor Ort das Alles nicht zum ersten Mal veranstalten. Wer Gäste mitbringen möchte, kann das tun. Ob die allerdings ähnlich viel Spaß haben, wenn sie Dir 8 Stunden lang dabei zusehen, im Kreis zu fahren, wage ich zu bezweifeln. Und ja: Man fährt durchaus schnell. Manchmal auch sehr schnell, aber kein “wildes” Rennen, da es hier eher darum geht, Erfahrungen mit Autos zu machen, die man im echten Leben vermutlich nicht fahren wird.

Wer gerade auf der Suche nach einer großartigen und ausgefallenen Geschenkidee ist, dem kann ich so ein “Experience”-Paket von RacePlanet wärmstens weiterempfehlen: Ein grandioser Fahrspaß!

Pro-Tipp: Nehmt Euch was zu trinken mit! Getränke gibt’s vor Ort nur beim Lunch kostenlos und für ‘nen halben Liter Cola möchte man gerne 5 Euronen von Euch sehen. Kein Schnapper.

An dieser Stelle noch einmal fetten Dank für dieses wahnsinnige Geschenk!
Das hat mich echt umgehauen!

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