Warum ich keinen FIAT mehr kaufen würde.

Fiat 124 Spider vor einem Leuchtturm
Sieht er nicht schön aus der Kleine?

Ein neues Auto sollte es 2017 sein – da war ich mir sicher. Seinerzeit war ich sehr an einem Mazda 6 als Limousine in – wie ich finde – wunderschönem rot interessiert und hatte auch schon einen Termin bei unserem lokalen Mazda-Händler in Düsseldorf Rath gemacht. Nach einer kurzen Besichtigung des Autohauses war es eigentlich dem Desinteresse des Verkäufers geschuldet, dass es dann doch nur bei dem anfänglichen Interesse blieb: Der freundliche Verkäufer hielt es für eine ziemlich gute Idee, während dem Beratungsgespräch ein Telefonat anzunehmen und dem Anrufer mitzuteilen, dass er “in etwa 5 Minuten” wieder verfügbar sei. “Das dauert nicht lange”, ließ er seinen Gesprächspartner wissen.

Ich machte sogar weniger als eine Minute daraus, verließ das Autohaus und sah mir quasi nebenan bei der FCA MotorVillage ebenfalls ein paar schicke Autos an. Und genau hier beginnt der teure Spaß.

tl;dr Warum mein 124 Spider zwar schön, aber definitiv auch mein letzter FIAT ist . 

Bei der MotorVillage standen ein paar wirklich feine Autos, von denen es mir gleich 2 richtig angetan hatten. Zum Einen war da eine AlfaRomeo “Giulia” zu bewundern und zum Anderen eben ein Fiat 124 Spider: Die Neuauflage eines echten Klassikers. 

Ich entschied mich dazu, beide Autos einmal Probe zu fahren und ließ mich am Ende dazu hinreißen, den Spider zu kaufen. Ich war mir sicher, dass das die absolut richtige Entscheidung war. 

Das Auto fährt sich tatsächlich toll und macht wirklich eine Menge Spaß. Bis vor einem halben Jahr hätte ich ihn – würde er immer noch gebaut werden – jedem Interessenten nur wärmstens weiterempfehlen können.

Ich war restlos begeistert!

Die Zeit verging – bis auf einen Glatteisrempler im Winter 2018 – unspektakulär und so ging “der Kleine” jedes Jahr in die Inspektion und kam für etwas Geld aber ohne jedes Wehwehchen wieder aus der Werkstatt. Der kleine Bordcomputer wusste auch immer genau Bescheid, wann es wieder Zeit für den nächsten Serviceintervall war. “Eigentlich” muss ich heute sagen, denn jetzt weiß ich es besser:

Es war im Juni diesen Jahres, als der Motor plötzlich unrund lief. Er ruckelte fürchterlich und die Fahrt fühlte sich an, als hätte man den geheimen Kirmesmodus aktiviert. Zu allem Überfluss meldete sich dann auch die Motorkontrollleuchte und im Wartungs-Display des Bordcomputers wurde mir mitgeteilt, dass ich doch bitte eine Werkstatt aufsuchen möge: Shit

Zuhause angekommen versuchte ich, die Werkstatt der MotorVillage zu erreichen. Erfolglos. Meine Anrufe wurden nicht angenommen, bis sich dann doch plötzlich jemand am anderen Ende meldete: “Sie sind hier im Ersatzteillager gelandet, aber ich gebe Ihnen mal die Durchwahl vom Service”. Ein Segen? Mitnichten. Ich wählte die Durchwahl des Service und erlebte, wie der Hörer erst abgenommen und anschließend mit Schmackes wieder aufs Telefon geworfen wurde. Alle weiteren Anrufe blieben unbeantwortet. 

Was tun, wenn man sein Auto auch gerne fahren möchte? Richtig! Die Werkstatt des Vertrauens anrufen. Für den Radwechsel im Sommer und Winter fuhr ich nämlich regelmäßig zu einer kleinen Werkstatt “um die Ecke” in Duisburg-Großenbaum und ich wusste, dass man sich dort auch mit AlfaRomeo bestens auskennt. Warum also nicht? Dort angerufen meldete man sich – wie gewohnt – freundlich und bat mich, den Spider doch einmal vorbeizubringen. 

Gesagt: Getan.

Um Schäden an Katalysator & Co. zu vermeiden, schleppten wir den Wagen zur Werkstatt, wo man mir schon am nächsten Tag mitteilte, dass eine Zündspule defekt gewesen und der Fehler behoben sei. 

“Hurra!” dachte ich, gefolgt von einem “Kann ja mal passieren, wah?”
Aber nach gerade einmal 45.000 gefahrenen Kilometern? Ich fragte auch gleich nach, ob ich den Kleinen zur Inspektion auch dorthin bringen konnte, immerhin muss die Karre ja auch alle 15.000km einmal gewartet werden. “Kein Problem” versicherte man mir und so fuhr ich etwas nachdenklich vom Hof. 

Was war das nur gewesen? So ‘ne Zündspule hält doch eigentlich wesentlich länger? Was würden die Auto-Doktoren davon halten?

Hatte ich vielleicht einfach nur eine Montags-Spule erwischt? 

Leider mitnichten. Nach etwa 2 Wochen bockte der Kleine schon wieder. Diesmal nicht ganz so wuchtig, aber merklich. Und ich kann Euch sagen: Spider fahren macht in diesem Zustand überhaupt keinen Spaß mehr. 

Ohne großartig daran zu denken, ich könne damit ja diesmal zur MotorVillage fahren, rief ich sofort wieder bei meiner freien Werkstatt an. Man sah sich das Problem an und erneut meldete die Diagnose-Schnittstelle Zündaussetzer an der bereits gewechselten Spule. Dann der Schock: Die Motorsteuereinheit sei defekt und müsse vermutlich getauscht werden. Die Diagnose brauche aber seine Zeit und ich könne frühestens nach 2 Wochen mit der Reparatur rechnen. 

Okay – schade – isso!

Man wollte bei der Werkstatt aber auch auf Nummer Sicher gehen und analysieren, warum die Motorsteuereinheit überhaupt aufgegeben hatte und fand heraus, dass die MultiAir-Einheit des Spider defekt war und ausgetauscht werden musste: Ein recht teurer Spaß, aber wohl unumgänglich, wollte ich mit dem Auto jemals wieder vernünftig fahren.

Die Werkstatt versuchte, über FIAT einen Austausch der MultiAir-Einheit auf Kulanz zu erreichen, scheiterte dann aber wohl daran, dass das Fahrzeug im vergangenen Dezember nicht bei der Inspektion war: “Das geht dann nicht auf Kulanz”. Ich wurde etwas stutzig, denn eigentlich erinnerte mich dieses nervig leuchtende Schraubenschlüssel-Symbol und der Hinweistext im Bordcomputer regelmäßig an anstehende Wartungsintervalle, Ölwechsel oder das Umsetzen der Räder (sofern gewünscht): Nada. Da war kein Hinweis. Und ich hab’s offenbar – weil ich mich immer am Kilometerstand orientierte – vergessen gehabt, dass man den Wagen wenigstens einmal im Jahr zur Inspektion bringen muss: Shiiiiiiit!

Ich ließ die Werkstatt die Reparatur dennoch zu Ende bringen und bekam für etwa 3.200€ einen reparierten Spider zurück. 

Weil ich mit der Angelegenheit nicht wirklich zufrieden war (und auch jetzt noch nicht bin), schrieb ich ein Ticket beim FIAT Kundenservice. Einerseits, weil ich es “ungut” fand, wie mich die einst so freundlichen Herrschaften der FCA MotorVillage so gar nicht bedienen wollten und andererseits, weil ich es für ein Unding halte, dass ein derart junges Auto bereits solche Schäden haben kann.

Und das, weil ein Ölwechsel nicht stattgefunden hat? Im Großen und Ganzen ist es genau das, was bei einer Inspektion gemacht wird. Und im dritten Jahr wäre nicht einmal die “große”, sondern lediglich die “kleine” Inspektion fällig gewesen. 

Als mein Auto nach der Reparatur wieder einige Tage auf der Straße war, gab es dann noch ein großartiges Erlebnis: Offenbar erinnerte sich der Bordcomputer plötzlich daran, dass er etwas vergessen hatte! Diese nervige Signalleuchte in Form eines Schraubenschlüssels blinkte fröhlich auf und im Wartungsmenü erschienen gleich 2 Nachrichten:

  • Wartungsintervall überfällig!
  • Ölwechsel erforderlich! 

What. The. Fuck!

Wäre das Ganze nicht so unfassbar teuer geworden: Ich hätte gelacht. So brachte ich den Kleinen abermals zur Werkstatt und ließ die Meldungen löschen (was ich – wie ich dann gelernt habe – auch selbst hätte erledigen können): Hurra!

Und als wäre das nicht schon genug gewesen, gipfelte genau heute, am 7. Oktober, mein Serviceticket in einem Anruf aus Italien: Der FIAT-Kundenservice teilte mir mit, dass man in meiner Angelegenheit keine kulante Lösung finden könne, da ich mein Auto einerseits nicht zur Inspektion gebracht habe, andererseits schon mehr als 40.000km (Anschlussgarantie – habe das Wort zum ersten Mal gehört) gefahren sei und weiterhin dreist genug war, eine freie Werkstatt aufzusuchen. Kulante Lösungen könne man leider nur anbieten, wenn ich das Fahrzeug zu einem Vertragspartner gebracht hätte…

Sicherlich habe ich nicht viel mehr vom Kundenservice erwartet und irgendwie war mir klar, dass es am Ende einfach persönliches Pech meinerseits sein würde, doch hätte ich im Leben nicht erwartet, dass ein Service-Intervall, der lediglich um ein halbes Jahr überschritten wurde, zu solch einem Schaden am Motor führen kann. Und nach Kilometern hätte das Auto erst im Sommer zur Inspektion gemusst. Es bleibt mir absolut schleierhaft, wie eine Inspektion mit Ölwechsel diesen Schaden hätte vermeiden können.

Ich habe aus der Sache jedenfalls Einiges gelernt:

  • Verlasse Dich niemals auf den Bordcomputer
  • Mein Nächster wird kein FIAT sein
  • Traue dem Bordcomputer keinen Meter
  • Bring Dein Auto regelmäßig zur Inspektion – unabhängig davon, ob die besch***ene Schraubenschlüssel-Leuchte aufleuchtet
  • Glaub nicht, was der Bordcomputer sagt – oder eben nicht sagt: Er lügt bestimmt!
  • RTFM: Lies das verdammte Handbuch Deines Autos!

An dieser Stelle möchte ich mich allerdings noch herzlich bei meiner freien Werkstatt bedanken: Ihr seid immer da, wart bis jetzt immer fair und leistet einen hervorragenden Service!

Wer – wie ich – in der Nähe von Duisburg-Großenbaum lebt und eine zuverlässige, freundliche und faire Werkstatt sucht, dem kann ich “MSP: 1a Autoservice*) nur wärmstens weiterempfehlen. 

Last but not least: Dies ist ein persönlicher Erfahrungsbericht und das hier geschilderte Erlebnis ist sicherlich hoffentlich ein Einzelfall. Ich scheine einfach ein Händchen für Montagsgeräte aller Art zu haben. Jedenfalls wünsche ich allen Spider-Fahrern allzeit gute Fahrt und bitte Euch: Vergesst die Inspektion nicht und verlasst Euch einfach nicht auf den leuchtenden Schraubenschlüssel! Es könnte sonst echt teuer werden!

*) unbezahlte Werbung

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