Projekt-Kick-Off in Nazaré

Die Skulptur “Veado” vom Portugiesen Adália Alberto steht seit 2016 in Nazaré

Nazaré liegt in Westen Portugals und dürfte vor allem unter “Big Wave” Surfern bekannt sein: Hier gibt es die wahrscheinlich größten Wellen der Welt, die im Herbst auch gerne einmal um die 30 Meter hoch werden. Während meines Aufenthalts habe ich allerdings “nur” den örtlichen Standard von knapp 4-5 Metern bestaunen dürfen.

Während es hier im Sommer von Touristen nur so wimmelt, ist es hier abseits der Saison – beispielsweise Anfang Februar – eher ruhig und beschaulich. Die Temperaturen schwanken zwischen circa 5 und 20°C und das Wetter ist dabei meist freundlich, auch wenn es mitunter sehr windig sein kann.

tl;dr Warum man in Nazaré nicht nur gut surfen kann: Ein kleiner Reisebericht abseits der Saison.

Was zur Hölle mache ich eigentlich im Februar in Portugal?

Eigentlich ist es ganz einfach. Ich habe Anfang Februar meine neue / alte Arbeitsstelle bei meinem guten Freund Marc angetreten, vor allem mit der Mission, “digitale Zettelwirtschaften” ein ganzes Stück weit sicherer und auch datenschutztechnisch einwandfrei zu gestalten. Das erste Projekt – entzettelt.de – soll als Steilvorlage für ein neues Unternehmen dienen, das wir gemeinsam an den Markt bringen werden.

Das Meer am Praia do Norte

Um so ein Projekt zu starten, braucht man gerade am Anfang etwas Ruhe, weshalb wir uns nun in einem schnieken Office-Space in der Umgebung hätten einschliessen können. Sicherlich. Wenn man sich aber auch für 14 Tage in einer Ferienwohnung an der Atlantikküste einschliessen kann: Warum denn nicht? Wie eingangs erwähnt ist es hier ausserhalb der Saison sehr ruhig und wenn man nach einem intensiveren Brainstorming mal gerade etwas Abstand braucht, kann man sich bestens ans Meer setzen und einfach mal die Seele baumeln lassen.

Der über Kabel verfügbare Internetanschluss leistet hier mit etwa 200MBit (in beide Richtungen) hervorragende Arbeit und erinnert uns eigentlich nur daran, dass wir in Deutschland – was den Zugang zum Netz angeht – ein absolutes Entwicklungsland sind.

Tatsächlich sind wir in den paar Tagen sehr viel weiter gekommen, als wir es uns selbst haben vorstellen können. Die wichtigsten Details sind geklärt, das Framework ist ausgewählt und die ersten Schritte sind getan.

Und was macht man, wenn man nicht gerade tüftelt?

Der “Ascensor da Nazaré” verbindet die Ober- mit der Unterstadt

Meist erst zu Abend, nach unserem ritualisierten Feierabendbierchen, haben wir uns die nähere Umgebung angesehen.

Nazaré besteht aus einer Ober- und einer Unterstadt, die durch einen “Aufzug” miteinander verbunden sind. Die Fahrt kostet 1,50€ und bietet eine grandiose Aussicht.

Unsere Ferienwohnung lag in der Oberstadt, weshalb wir uns nur an einem Samstag in der Unterstadt umgesehen haben. Neben dem traditionellen Fischmarkt, der sich direkt am Stand befindet, laden hier – auch im Winter – zahlreiche Cafés, Bars und Restaurants zum Verweilen ein. Nachdem wir den Tag durch’s Dorf spazierten, haben wir uns zum Essen bei “Maria do Mar” niedergelassen:  Das gemütliche Restaurant überzeugt mit Gerichten der lokalen, portugiesischen Küche und man findet es etwas abseits der Massen in einer kleinen Seitengasse.

Der “Farol”: Ein kleiner Leuchtturm auf den Klippen von Nazaré

In der Oberstadt findet man nicht nur den Weg zum legendären “Praja do Norte”, an dem die “Big Wave” Meisterschaften von Nazaré abgehalten werden, sondern auch den “Farol de Nazaré”: Der kleine Leuchtturm des Ortes findet sich direkt auf den Klippen, wo er als Wahrzeichen fast schon majestätisch in der Brandung steht, wenn es die Wellen mal wieder ernst meinen.

In der direkten Umgebung der Steilküste gibt es noch lauter kleine Souvenirläden und – wie auch in der Unterstadt – einige Lokalitäten, die zum Verweilen einladen. Leider muss man sagen, dass erstgenannte Touristenbuden nicht gerade durch Abwechslung glänzen: Hat man einen gesehen, weiss man schon sehr genau, welches Angebot einen im nächsten Laden erwartet. Sehr schade.

Zum Abendessen fanden wir uns erstaunlich häufig im offenbar erst kürzlich eröffneten “Adega Márruça” wieder: Auch hier freut man sich über ein leckeres Angebot aus der regionalen Küche, super Tapas, eine gute Auswahl lokaler Weinsorten und vor allem über die herzliche, portugiesische Gastfreundlichkeit. Hatten wir uns hier einst lediglich auf ein Bierchen im Aussenbereich niedergelassen, zog es uns an einem anderen Abend fast schon magisch an, auch die Küche einmal auszuprobieren. Wir haben es nicht bereut. Solltet Ihr also einmal in Nazaré auf der Suche nach einem echten Geheimtipp für gutes Essen sein: Schaut unbedingt im Adega Márruça rein.

Mein Fazit: Nazaré im Winter als Location für ein Projekt-Kick-Off zu wählen ist nicht nur eine gute, sondern sogar eine sehr gute Idee.

Noch ein paar Impressionen

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